Backup auf MagentaCloud mittels rclone

Ich wollte schon lange ein Cloud-Backup für das NAS haben. Für Stratos HiDrive gibt es eine App auf dem NAS, ebenso für die großen Cloud-Dienste wie S3, Azure, … Aber halt nicht für MagentaCloud.

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(S)FTP kann die MagentaCloud nicht, … nur Webdav. Nur kann das Asustor leider kein Webdav als Sicherungsziel, dafür aber S(FTP), rsync, …

Ich habe eine Weile mit verschiedenen Tools (Duplicati, …) experimentiert, … das war aber alles Murks., … Entweder zu kompliziert, oder keine eingebaute Verschlüsselung, oder hersteller-spezifisch, … irgendwas ist immer. Der Magentacloud-Mac-Client kann E2E-Verschlüsselung, bringt sich beim Hochladen von Gigabyte-großen Dateien um und ist dafür nicht zu gebrauchen. Zumal er nur auf Clients läuft, nicht auf dem NAS oder meinem Raspi-Server.

Eine vernünftige Verschlüsselung ist wichtig, da ich die Dateien nicht unverschlüsselt in einer Public Cloud liegen haben will.

Jetzt habe ich rclone entdeckt. Warum mir das vorher entgangen ist, ist mir total unklar. Überall finden sich immer nur Artikel über rsync, … rclone scheint nicht besonders bekannt zu sein.

 

Rclone

Rclone kann mit Webdav als Ziel arbeiten, hat eine Verschlüsselung eingebaut (nur der Standard-Schlüssel ist etwas kurz), kann syncen, ist multi-platform, ist quell-offen (MIT), …

Es steht nicht auf dem Asustor zur Verfügung, aber auf dem Raspberry lässt sich es trivial installieren. Der holt sich dann die Freigaben vom NAS und synchronisiert die Dateien in die MagentaCloud. Eigentlich ist es ja ohnehin sinnvoll, wenn man vom zu sichernden Gerät nicht an das Backup rankommt; falls doch mal jemand einbricht, kommt er an das Backup nicht auch gleich noch mit ran.

Mit rclone config eine Konfiguration für die Magentacloud anlegen:

[magentacloud]
type = webdav
url = https://magentacloud.de/remote.php/webdav/
vendor = other

Das einzige, was man wissen muss, ist der komische Webdav-Pfad der Magentacloud. Wieso heißt das nicht einfach https://webdav.magentacloud.de oder so?

Danach ein zweites Sicherungsziel anlegen: das ist der verschlüsselte Container innerhalb des ersten Zieles.

[secret]
type = crypt
remote = magentacloud:sicherung

Das ist auch gut in der Doku beschrieben. 

Danach kann man den Cryptp-Container namens „secret“ einfach ansprechen:

rclone ls secret
rclone copy /media/nas/ secret:sicherung

Jetzt muss ich nur noch fast 1 TB Daten hochladen. Aber wozu gibt es Glasfaser-Internet-Anbindungen?

Linux mit USB-SSD

Ich habe von der Beta auf das Release umgestellt, danach war leider die USB-SSD ziemlich unstabil.

$ lsusb

Bus 002 Device 002: ID 152d:0578 JMicron Technology Corp. / JMicron USA Technology Corp. JMS578 SATA 6Gb/s

Bus 002 Device 001: ID 1d6b:0003 Linux Foundation 3.0 root hub

Bus 001 Device 002: ID 2109:3431 VIA Labs, Inc. Hub

Bus 001 Device 001: ID 1d6b:0002 Linux Foundation 2.0 root hub

echo options usb-storage quirks=152d:0578:u | sudo tee /etc/modprobe.d/blacklist_uas.conf

update-initramfs -u

Und einmal booten.

Es gibt für diesen JMicron-Adapter sogar eine neuere Firmware, die bringt aber auch nichts:

https://wiki.odroid.com/odroid-xu4/software/jms578_fw_update

Retro Virtual C64

Da hat Brew doch gerade eine neue Virtual C64 Version (4.6) auf den Rechner gespült. Meine Herren, ist der C64 lange her.

Bildschirm foto 2022 11 21 um 17 39 02Früher waren C64 und Amiga-Emulatoren große Kunst. Unter DOS gab es den C64S, der was taugte. Irgendwann kam dann unter Windows der CCS64 und unter Linux der Vice. Auf dem Mac ist der Virtual C64 sicherlich der beste Emulator, auf jeden Fall der mit der besten GUI.

Bildschirm foto 2022 11 21 um 17 38 02Virtual C64 unterstützt sogar die Hardware, die man sich damals immer nicht leisten konnte: zwei Laufwerke, Dolphin DOS, …

Bildschirm foto 2022 11 21 um 17 36 54

Ikea Dirigera und Matter

Aus Neugier auf diesen neuen Matter-Standard war ich bei Ikea und habe eingekauft.

IMG 1230

Der Ikea Dirigera ist im Stealth-Modus unterwegs:

➜ ~ nmap 192.168.0.75
Starting Nmap 7.93 ( https://nmap.org ) at 2022-11-13 12:46 CET
Note: Host seems down. If it is really up, but blocking our ping probes, try -Pn
Nmap done: 1 IP address (0 hosts up) scanned in 3.05 seconds

Keine offenen Ports, nicht einer. Also noch mal genauer hingucken:

➜ ~ nmap -Pn 192.168.0.75
Starting Nmap 7.93 ( https://nmap.org ) at 2022-11-13 09:29 CET
Nmap scan report for gw2-00864e3bc660.fritz.box (192.168.0.75)
Host is up (0.0011s latency).
Not shown: 995 filtered tcp ports (no-response)
PORT STATE SERVICE
8000/tcp open http-alt
8081/tcp closed blackice-icecap
8082/tcp open blackice-alerts
8443/tcp open https-alt
9000/tcp open cslistener

Nmap done: 1 IP address (1 host up) scanned in 62.29 seconds
➜ ~

Na geht doch.

IMG 1231

Der Matter-Support ist leider noch nicht da, aktuell ist das noch ein klassischer Ikea-Zigbee-Hub.

Die Hardware kann WLAN, aber der Software-Support dafür fehlt anscheinend noch. Aktuell muss man den Hub über ein Ethernet-Kabel anschließen. Der Ethernet-Port baut dann einen Link mit 100 MBit/s auf. 

IMG 1232

Strom bekommt er über einen USB-C Port.

IMG 1233

Lustig ist der eingebaute WebServer auf Port 8082. Der liefert eine Liste von SW-Paketen und deren Lizenz die Ikea genutzt hat:

Copyright 2022

[HomeSmart/Go : 2.96]

Components:

aws/aws-sdk-go-v2 v1.11.2 : Apache License 2.0
aws/aws-sdk-go-v2 v1.9.1 : Apache License 2.0
blang-semver v4.0.0 : MIT License
bluesuncorp/go-validate-yourself v10.9.0 : MIT License
containerd/containerd v1.6.2 : Apache License 2.0
creack/pty v1.1.13 : MIT License
docker v20.10.14 : Apache License 2.0
docker-go-units v0.4.0 : Apache License 2.0
docker-registry 2.8.1 : Apache License 2.0
fatih-color v1.10.0 : MIT License
fatih-color v1.12.0 : MIT License
fsnotify-fsnotify v1.5.0 : BSD 3-clause „New“ or „Revised“ License
fsnotify-fsnotify v1.5.1 : BSD 3-clause „New“ or „Revised“ License
github.com/aws/smithy-go v1.11.2 : Apache License 2.0
github.com/pkg/term v1.1.0 : BSD 2-clause „Simplified“ License
github.com/yuin/gluamapper 20170903-snapshot-d8369558 : MIT License
Go Testify 1.7.0 : MIT License
Go Testify 1.7.1 : MIT License
go-ansiterm d185dfc1b5a126116ea5a19e148e29d16b4574c9 : MIT License
go-check-check 20171108-snapshot-20d25e28 : BSD 2-clause „Simplified“ License
go-check-check 20201130-snapshot-10cb9826 : BSD 2-clause „Simplified“ License
go-playground-universal-translator v0.18.0 : MIT License
go-playground/assert v2.0.1 : MIT License
go-playground/locales v0.14.0 : MIT License
go-sonos 20171025-snapshot-05658505 : BSD 2-clause „Simplified“ License
go-spew v1.1.0 : ISC License
go-spew v1.1.1 : ISC License

An der meterlangen Liste hängen auch die Lizenztexte alle dran. Für die SW, die es unter einer Dual-Lizenz geht, hat Ikea sogar dokumentiert, für welche sie sich entschieden haben. Und einen Ansprechpartner gibt es auch; geradezu vorbildlich.

License election declarations

1. Election of permissive licenses over copyleft licenses

IKEA of Sweden elects to use only one of the following licenses, in the order
of preference, for any software where a choice of multiple licenses is made
available: (1) MIT License, (2) BSD 3-clause „New“ or „Revised“ License,
(3) Artistic License 1.0 (Perl).

2. Election of GNU LGPL over GPL license

IKEA of Sweden elects to use only the GNU Lesser (or Library) General Public
License (LGPL) for any software where a choice of LGPL/GNU General Public
License (GPL) licenses are made available.

3. Election of GNU LGPLv2.1/GPLv2 over any other versions

IKEA of Sweden elects to use only the GNU Lesser General Public License
version 2.1 (LGPL)/GNU General Public License version 2 (GPL) for any
software where a choice of LGPL/GPL license versions are made available
with the language indicating that LGPLv2.1/GPLv2 or any later version may
be used, or where a choice of which version of the LGPL/GPL is applied
is unspecified

….

For more information, visit IKEA Home smart Open Source Code Center
at https://gpl-code.ikea.com, contact IKEA Home smart Open Source Code
Center representative at opensource.sw.gl@ikea.com or write to:

IKEA IT AB c/o PostNord
Open Source Program Office
Axel Danielssons väg 259
215 82 Malmö
Sweden

Auf der genannten WebSeite https://gpl-code.ikea.com gibt es den Source zum Downloaden:

Bildschirm foto 2022 11 13 um 13 00 13

Etwas merkwürdig ist die Auswahl an Paketen. Da taucht z.B. Avahi auf, ich sehe aber keine MDNS-Nachrichten vom Hub. Im Order findet sich unter anderem ein Linux 5.10 Kernel mit wirklich vielen Patchen, ein GCC9 mit einigen Arm-Patches, ein System-D, BusyBox und U-Boot.

Leider scheint Ikea seine eigene SW nicht rauszugeben. Und auch keine Doku, ob man den Kram selber bauen kann; oder wie man es dann auf den Hub draufbekommt.

Ada & Zangemann – Ein Märchen über Software, Skateboards und Himbeereis

im Dezember hat O’Reilly unser Buch „Ada & Zangemann – Ein Märchen über Software, Skateboards und Himbeereis“ veröffentlicht. Nach wenigen Tagen war es beim Verlag bereits ausverkauft, wir sind jetzt schon beim dritten Nachdruck und haben uns über die vielen positiven Rezensionen und Zuschriften gefreut. Zum Beispiel:

 Zusammen mit der Illustratorin Sandra Brandstätter ist dem Autor ein  technoides Märchen mit einer zeitgemäßen Moral gelungen.
   — Basler Zeitung

 Das IT-Märchen, das wir brauchen
   — Golem.de

 Mit „Ada & Zangemann“ legt der Präsident der FSFE ein Kinderbuch vor, das alle Voraussetzungen zum Open-Source-Bestseller mitbringt — von der fesselnden Handlung über die charmanten Illustrationen bis zur ebenso leichtverständlichen wie tiefschürfenden Grundaussage.
   — Linux Magazin

Ein wichtiges Ziel mit dem Buch ist es, dass wir damit auch Kinder erreichen, deren Eltern nicht von dem Buch erfahren haben oder es sich nicht leisten können, ihren Kindern ein Buch für 16,90 € zu kaufen. (Die digitale Version könnt Ihr ja nach dem Kauf weitergeben.)

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als mir einige von Euch in den letzten Wochen geschrieben haben, dass sie ein Buch an ihre Bücherei gespendet haben.

Kannst Du uns dabei helfen, dass möglichst viele Kinder zum „I Love Free Software“-Tag am 14. Februar über eine öffentliche Bücherei oder die Schule, den Jugendclub, der Hackerspace oder das Repair-Cafe in Deiner Gegend auch Zugang zu dem gedruckten Buch erhalten? Werde so Teil vom „I Love Free Software“-Tag und teile Deine Begeisterung für Freie Software mit den Menschen aus Deiner Umgebung.

# Du hast etwas Zeit und möchtest Dich gerne engagieren?

Bestelle Dir das Buch im lokalen Buchhandel oder über diesen Affiliate-Link direkt beim Verlag

https://dpunkt.de/produkt/ada-und-zangemann/?ref=10022

(12% gehen dabei an die FSFE).

Bringe dann das Buch am besten persönlich bei der Einrichtung vorbei. Unsere Erfahrung ist, dass die Büchereien sich sehr freuen.

Der Vorteil: Im persönlichen Kontakt mit den Einrichtungen könnt Ihr nach der Buchspende mit den Angestellten über Softwarefreiheit sprechen. Ich wurde beispielsweise von einer Berliner Bücherei angesprochen, ob wir nicht gemeinsam eine Veranstaltung zu Freier Software ausrichten könnten.

# Du hast wenig Zeit, willst uns aber finanziell unterstützen?

Spende der FSFE über diesen Link

https://my.fsfe.org/payonline/FC06226838B1

damit wir uns weiter dafür einsetzen können, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche weltweit Zugang zum Thema Freie Software bekommen.

Danke an alle von Euch, die das Buch schon an Kinder in ihrem Umfeld verschenkt haben, das Buch anderen in persönlichen Gesprächen oder online weiterempfohlen oder bewertet haben.

Eure Unterstützung sorgt dafür, dass mehr Kinder Zugang zum gedruckten Buch „Ada und Zangemann“ erhalten und ihnen so ein Einstieg in den selbstbestimmten Umgang mit Technik möglich wird.

Viele liebe Grüße
Matthias Kirschner / Präsident FSFE

FSFE, Schönhauser Allee 6/7, 10119 Berlin, Germany
Registered at Amtsgericht Hamburg, VR 17030

Please support our work: https://my.fsfe.org/payonline/FC06226838

LineageOS für Samsung Galaxy Tablet S2 (T810)

Für mein schönes Samsung Galaxy Tablet Tab S2 gibt es leider keine Android-Updates von Samsung mehr. Es funktioniert aber noch prima.

Also los mit LineageOS; (Wikipedia, Homepage) wollte ich mir ohnehin schon immer mal anschauen (was man nicht immer alles will).

Leider gibt es von diesem Tablettso diverse verschiedene Revisionen, die alle ihr spezielles Image brauchen. Ärgerlicherweise steht die Revision auf dem Gerät nicht drauf. Nach einiger Forschung stellte sich dann raus, daß genau für meine Revision (T810) von LineageOS keinen fertigen Build gibt.

Ein sehr ähnliches Gerät ist das GTS210WiFi. Die Installations-Anleitung hat ganz gut geholfen, es müssen nur andere Binaries benutzt werden.

Die LimeageOS-Binaries für das T810 gibt es hier: klick.

Die Bootloader-Binaries für das T810 gibt es hier: klick.

Da dieses Gerät noch ein 32-Bit-System ist, muss bei den Google-Apps der ARM, nicht der ARM64-Build ausgewählt werden. Bei F-Droid gibt es nur ein Installer-Paket.

Was noch nicht klappt, ist der SELinux-Support. SELinux läuft immer noch im permissive-Mode, den Enforcing habe ich noch nicht aktiv bekommen.

Unfassbar: CDU und Public Money, Public Code

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) begrüßt den Parteitagsbeschluss der CDU zum Einsatz Freier Software. Auf ihrem 32. Parteitag hat die CDU am Wochenende beschlossen, sich die Forderung der FSFE anzuschließen, dass mit öffentlichen Geldern entwickelte Software als Freie Software allen zugutekommen soll. 
Die „Public Money? Public Code!“-Kampagne der FSFE wird bisher von über 170 
Organisationen und 26.000 Einzelpersonen unterstützt. Dank Ihrer 
Unterstützung ist die Forderung nun auch bei der CDU angekommen.

Freie Software gibt allen das Recht, Programme für jeden Zweck zu verwenden, 
zu verstehen, zu verbreiten und zu verbessern. Diese Freiheiten stärken andere 
Grundrechte wie die Redefreiheit, die Pressefreiheit und das Recht auf Privatsphäre. 
Digitale Souveränität ist nur über Freie Software realisierbar. Wir freuen uns, 
dass unsere Kampagne nun auch in der deutschen Regierungspartei CDU angekommen ist und die Konservativen sich hinter unsere Forderung „Public Money? Public Code!“ stellen. Wir erwarten nun von der CDU, dass sie sich umgehend in der Regierung dafür einsetzt, die rechtlichen Grundlagen dafür zu schaffen, damit mit öffentlichen Geldern finanzierte Software unter einer Freie-Software- und Open-Source Lizenz veröffentlicht wird.

Im Parteitagsbeschluss der CDU heißt es:

„Die offenen und gemeinsam entwickelten Standards des Internets und die offenen 
Schnittstellen sind die Prinzipien, die wir für die Digitalisierung Deutschlands 
heranziehen. Nur durch Offenheit entsteht Wettbewerb, nur durch Offenheit können 
neue Akteure im Wettbewerb die Platzhirsche herausfordern. Deshalb gilt künftig 
für alle (öffentlichen) Digitalisierungsprojekte in Deutschland: Auftragsvergabe 
und Förderung sind an die Einhaltung der Prinzipien Open-Source und offene 
Standards gebunden. Durch öffentliche Mittel finanzierte Software soll allen 
Bürgern dienen. Zusätzlich sollen freie und offene APIs den Zugang für 
unabhängige Entwicklungen erleichtern.“

Wie wäre es denn, wenn der bayrische CDU-Landesverband (aka CSU) in München gleich mit der Limux-Wegmigration aufhören würde ?