NBase-T fürs Heimnetz

Seit einer Weile tauchen am Markt ganz viele preiswerte NBase-T Switche von NoName-Firmen auf: Sodola, Mokerlink, …

Die sehen sich intern alle sehr ähnlich, denn meistens stecken die gleichen Realtek-Chipsätze drin: https://www.realtek.com/Product/Index?id=3699

  • https://www.servethehome.com/sodola-8-port-2-5gbe-and-1-port-10gbe-switch-review/
  • https://www.servethehome.com/mokerlink-2g041g-review-a-cheap-5x-2-5gbe-switch/
  • https://www.heise.de/tests/Schnelles-Ethernet-NBase-T-Switches-fuer-2-5-Gbit-s-im-Vergleichstest-9314113.html?seite=all

Da ich ohnehin etwas knapp mit LAN-Ports war, habe ich mir diesen managed Sodola mit 8 Ports NBase-T und 1 SFP+Port 10Gbe bestellt. Mittels DAC-Kabel hängt der an einem SFP+Port des Zyxel-Switches.

Der Switch macht, was man von einem Switch erwartet: Pakete weiterleiten. Nichts aufregendes.

Das Setup ist etwas komisch, der Switch ist nicht auf DHCP eingestellt, sondern auf die feste Adresse 192.168.2.1. Das Passwort ist admin/admin. Auf der Sodola-Webseite gibt es eine neue Firmware, leider ohne Change-Log. Dafür macht der Switch beim Firmware-Upgrade auch gleich ein Factory-Reset und alle Einstellungen sind weg.

Und das Management-Interface sieht aus wie HTML aus den 90ern, bietet aber einige interessante Funktionen:

Bildschirmfoto 2024-07-12 um 07.25.05.Bildschirmfoto 2024-07-12 um 07.25.34.

Die Voreinstellungen sind teilweise etwas merkwürdig (EEE ist aus, …). Und wenn man nach einer Konfigurations-Änderung nicht explizit unter Tools / Save speichert, dann ist die Änderung einfach weg.

Bildschirmfoto 2024-07-12 um 07.27.33.

Bei den Trunks bietet Sodola LACP an, welches sich mit dem 802.3ad von Qnap und Ausstor verträgt und dann einen Trunk etabliert.

Bildschirmfoto 2024-07-12 um 07.26.19.

Bei dem IGMP ist mir nicht klar, ob das V2 oder V3 ist. Aber aktuell habe ich dafür auch keine Verwendung:

Bildschirmfoto 2024-07-12 um 07.40.08.

Sehr schön finde ich das Handbuch, welches aus der Zukunft kommt:

Bildschirmfoto 2024-07-12 um 08.03.10.Das sind immerhin noch drei Wochen, da wir erst den 12.7.2024 haben. Ansonsten ist das Handbuch eher rudimentär. Aber gut, es ist ein Switch, da braucht man kein Handbuch welches einen Netzwerk-Grundlagenkurs erklärt.

The Serial Port

Durch Zufall drüber gestolpert.

Es gibt ja Unmengen an Retro-Kram, aber diese Storys fand ich total spannend und unbekannt. Diese Geschichten haben ich noch nie gelesen oder gesehen. Für jeden der sich für Netzwerke interessiert: unbedingt anschauen.

Wer hat wann wie und warum WiFI entwickelt:

Wireless Token Ring? What?

Woher kommt NAT und die Cisco PIX & ASA:

Diese NAT-Story finde ich wirklich verblüffend.

Und diese Cobalt-RAQ Dinger fand ich schon immer eigenartig, aber in den USA scheinen die ja eine große Nummer gewesen zu sein:

Home Assistant und PV-Vorhersage

Ich habe eine ganze Weile die Home Assistant Integration Forcast.Solar genutzt. Die ist in HA eingebaut und ziemlich einfach einzurichten.

Leider ist sie (zumindest bei uns) auch mächtig ungenau. Darauf Automatisierungen zu bauen ist quasi nicht machbar:

  • Akku laden ja/nein
  • Warmwasserspeicher aufheizen ja/nein
  • macht die Solarthermie den Wassertank ohnehin warm oder muss die Wärmepumpe das machen?

Jetzt bin ich auf Solcast umgestiegen:

Bildschirmfoto 2024-03-26 um 20.26.12.

 

 

 

Etwas aufwändiger einzurichten, aber viel genauer:

Bildschirmfoto 2024-03-26 um 20.27.10.Bildschirmfoto 2024-03-26 um 22.13.13.

Solcast braucht einen Account und man muß die PV-Konfiguration dort machen. Leider ist der freie Account etwas beschränkt, man kann z.B. keine unterschiedlichen Dachneigungen und Ausrichtungen pro String hinterlegen.

Und die Updates muss man sich über eine Automatisierung holen, das ist auf der Github-Seite aber gut beschrieben und recht einfach zu übernehmen.

Homematic, eeBus und SG-Ready

Das erste mal 2018 angekündigt: eQ-3 integriert EEBUS in Smart Home Systeme

Jetzt in 2024 wieder angekündigt: Die smarteste Homematic IP Zentrale aller Zeiten

eeBus im Home Assistant oder der Raspimatic hätte sicherlich einigen Spielwert, aber (bei uns) nicht so ganz viel Nutzen.

Wir haben unsere Heizung (Vaillant ArothermPlus) mit SG-Ready an den PV-Wechselrichter (Fenecon) angebunden. Die Technik ist verblüffend einfach (ein bzw. zwei WR-Relais schließen zwei WP-Eingänge), funktioniert aber zuverlässig. Dafür ist kein Smarthome oder so notwendig, das läuft völlig autark.

Das ist nur ein binäres Ein/Aus-Signal; der Wechselrichter kann der Wärmepumpe nur sagen, daß Überschuss-Strom vorhanden ist, aber nicht wie viel.

Bildschirmfoto 2024-03-17 um 07.49.28.

Theoretisch könnte eine modulierende Wärmepumpe mit dieser Information genau die vorhandene Menge Überschuss-Energie verbrauchen. Wenn ich mir unsere Zahlen der letzten Wochen anschaue, sind diese Fälle aber eher theoretischer Natur.

Wenn die Wärmepumpe vom Wechselrichter den Einschaltbefehl bekommt, heizt sie zuerst den Warmwassertank auf Solltemperatur auf, danach kommt der Pufferspeicher für den Heizkreis. Wenn das Signal wegfällt, hört sie aber nicht mitten drin auf, sondern setzt die jeweilige Aktion (Warmwasserspeicher oder Heizungspuffer) fort. Egal, ob dann noch Überschuss da ist oder nicht. Im Zweifelsfalle kommt der Strom dafür aus dem Akku oder dem Netz.

Wenn die Sonne scheint und der Akku voll ist, ist meistens mehr Strom da, als die Wärmepumpe mit Maximal-Leistung (3 KW) verbraucht. Unter 375 Watt geht sie nicht, das ist die untere Modulationsgrenze; darunter geht sie einfach aus. Der Mittel-Wert in der Grafik ist nur ein rechnerischer Wert vom Home Assistant. Die 7,9 Watt sind der „Standby“-Verbrauch der Arotherm.

Bildschirmfoto 2024-03-17 um 07.44.29.

Und die Fälle, in denen die PV es geschafft hat den Akku zu füllen und anschließend über einen längeren Zeitraum (1-2 Stunden) stabil zwischen 375 und 3.000 Watt Überschuss hat, sind quasi nicht existent. Bei schlechtem PV-Wetter wird meistens nicht mal der Akku voll, bei gutem Wetter sind mehr als 3KW Überschuss da.

eeBus könnte die SG-Ready-Verkabelung (weil Lan oder Wifi ohnehin vorhanden ist) ersparen und theoretisch die Effizienz verbessern. Das mit der Verkabelung ist natürlich praktisch, aber der Effizienzgewinn gegenüber SG-Ready dürfte marginal sein.

Bei Wallboxen mag das anders aussehen, eAutos sind beim Ladeverhalten bestimmt viel besser steuerbar.

Trotzdem sind herstellerübergreifende Standards und Open Source Implementierungen natürlich Immer gut: https://github.com/enbility/eebus-go. Aber Vaillant schafft es ähnlich wie beim eBus ein offenes Protokoll kaputt zu machen, indem sie ihre Logik in irgendwelchen hersteller-spezifischen Erweiterungen verstecken. Da ist mir nur unklar, warum sie das machen. Aber die Arotherm behauptet sie wäre ein Generic-Device ohne Use Cases.

Vaillant eeBus

Da ist ein Update der myVaillant App gekommen, jetzt kann man den eeBus Support im VR921 einschalten. Anschließend findet sich ein neues mDNS-Posting im Netzwerk:

 

Bildschirmfoto 2024-03-12 um 20.53.34.

Nur habe ich kein anderes Gerät welches eeBus kann. Für den Home Assistant gibt es auch nichts zu dem Thema. Schade.

Komisch ist, daß sich die Firmware-Version des VR921 nicht geändert hat.

Home Assistant mit Thread und Matter

Die neusten Smart Home Gadgets habe ich als Thread Matter Version gekauft; das soll ja die Zukunft sein.

Der erste Versuch mit einer Eve-Steckdose war nur so mäßíg erfolgreich. Ich hatte den Skyconnect auf die Dual-Firmware umkonfiguriert:

Bildschirmfoto 2024-02-24 um 06.29.08.

Das hatte nur leider den Effekt, daß das Zigbee anschließend nicht mehr funktionierte; wieder ausgeschaltet, dann ging Zigbee wieder.

Ok. Also nichts mit Dual-Firmware, machen wir halt Dual-Skyconnect:Bildschirmfoto 2024-02-24 um 06.31.42.

Dafür braucht man zwei Addons: den OpenThread Border Router und den Matter-Server.

Im Border Router wählt man dann den zweiten Stick aus, auf dem das Addon dann die reine Thread-Firmware installiert; ausgeliefert werden die SkyConnects mit der Zigbee-Firmware. Das dauert verblüffend lange und braucht einen Reboot.

Bildschirmfoto 2024-02-24 um 06.33.36.

Im Matter-Server gibt es nichts zu konfigurieren.

Wenn das alles fertig ist, braucht man die Home Assistant App, die Anleitung ist hier. Einfach bei Gerät hinzufügen den Barcode des Gerätes abfotografieren und warten. Anschließend tauchen die Geräte im Home Assistant auf. Dort sieht man keinen Unterschied zwischen Zigbee- oder Thread/Matter-Geräten.

Bildschirmfoto 2024-02-24 um 06.42.04.

Insgesamt läuft das jetzt seit mehreren Tagen völlig problemlos.

Da Zigbee und Thread beide auf IEEE 802.15.4 setzen, dürften sich Reichweite, … nicht unterscheiden. Immerhin sitzt die gleiche Übertragungstechnik darunter.

Wenn jetzt mal Ikea mit seinem Matter-Kram in die Socken kämen würde … dann würde es vielleicht auch mehr Geräte geben. Denn die Auswahl an Thread/Matter Geräten ist noch reicht klein.