Audio-Interfaces unter Fedora 17

Eine kurze Zusammenfassung des Erlebten:

Terratec DMX 6fire USB

Für die Terratec es einen guten Linux-Treiber. Die Version im Kernel ist allerdings ziemlich alt. Will man den aktuellen haben, muss man ihn selber compilieren.

Als  Fedora-Benutzer muss man für diesen Treiber neben den ganzen Build-Tools noch p7zip-plugins installieren. Der Treiber downloadet den Windows-Treiber und fummelt sich die Firmwire dort raus, das geht ohne die 7zip-Plugins schief

Leider erkennt Pulseaudio die vielen Audio-Kanäle nicht, sondern sieht nur die normalen Links und Rechts. Für Recording mit  Alsa oder Jack sind Interface und Treiber gut, für Multichannel-Multimedia nur bedingt brauchbar.

Die AC3- und DTS-Ausgabe über SPDIF funktioniert mit MPlayer und VLC einwandfrei.

Eigentlich ein gutes Gerät, aber es hat eine ernsthafte Macke. Der USB-Anschluss ist ausgesprochen wählerisch und redet nicht mit jedem Rechner. Nachdem das Gerät bereits umgetauscht wird, fragte der Terratec-Support ob ich noch mal tauschen wollte, denn vermutlich würde auch dieses Gerät sich nicht mit meinem Rechner vertragen. Auch dem Händler war dieses Problem nicht unbekannt.

M-Audio Fast Track Pro

Seit dem Kernel 3.1 wird die M-Audio Fast Track Pro vollständig unterstützt.

Das Gerät ist ein USB1 Gerät. Der USB1 Durchsatz limitiert das Gerät etwas, denn es passen nicht alle Kanäle gleichzeitig in hohen Samplingfrequenzen durch den USB-Bus. Man muss also auswählen, welche Anschlüsse in welcher Samplingfrequenz aktiv sein sollen.

Es ist class-compliant, macht dann aber nur 16 Bit bei 44 KHz.

Eine sehr ausführliche Anleitung gibt es bei Joe Giampaoli.

Es gibt einige Konfigurationsmöglichkeiten via modprobe: 

0×01 : use the device_setup parameter, always needed
0×02 : enable digital output (channels 3,4)
0×04 : use 48kHz-96kHz sampling rate, 8-48 kHz if not used
0×08 : 24bit sampling rate
0×10 : enable digital input (channels 3,4)

Die sinnvollen Kombinationen (danke Joe):

24 BIT – 44.1/48 KHz – 2 analoge Eingänge UND 4 analoge & digitale Ausgänge
options snd_usb_audio vid=0x763 pid=0x2012 device_setup=0x9 index=5 enable=1

24 BIT – 88.2/96 KHz – 4 analoge & digitale Eingänge XODER  4 analoge & digitale Ausgänge
options snd_usb_audio vid=0x763 pid=0x2012 device_setup=0x5 index=5 enable=1
 
24 BIT – 44.1/48 KHz – 2 digitale Eingänge UND 4 analoge & digitale Ausgänge
options snd_usb_audio vid=0x763 pid=0x2012 device_setup=0x13 index=5 enable=1
 
16 BIT – 44.1/48 KHz – 4 analoge & digitale Eingänge UND  4 analoge & digitale Ausgänge
options snd_usb_audio vid=0x763 pid=0x2012 device_setup=0x0 index=5 enable=1

Die AC3- und DTS-Ausgabe über SPDIF funktioniert mit MPlayer und VLC einwandfrei.

Leider ist der Mikrophon-Eingang der Pro sehr sehr leise. Man muss den Gain schon ganz schön aufreißen, und dann fängt er leider auch schnell an zu rauschen. Das scheint nicht mit allen Mikros zu passieren, aber es gibt viele Berichte im Internet, die den Schluss nahe legen, daß es so selten wohl auch nicht ist.

M-Audio Fast Track Ultra

Die große Schwester der Pro.

Anschließen und geht. So einfach kann das unter Linux sein.

Der Mikrophon-Eingang ist sehr viel empfindlicher als bei der Pro.

Die Ultra ist ein USB2 Gerät, so dass das Rumkonfigurieren wie bei der Pro nicht nötig ist. Es sind einfach alle Kanäle gleichzeitig da.

Die AC3- und DTS-Ausgabe über SPDIF funktioniert weder mit MPlayer noch mit VLC. Der SPDif-Ausgang ist zwar aktiv, aber es kommt immer nur ein Stereo-Signal raus.

Fedora 17 und der Vice Emulator

Fedora 17 hat einige Kernel-Module ausgelagert, darunter sind auch die Joystick-Treiber:

yum install kernel-modules-extra

Die Joystick-Tools werden ebenfalls nicht mehr automatisch installiert:

yum install joystick

Anschließend den Joystick anschließen und mit jstest ausprobieren:

jstest /dev/input/js1
Joystick (HID 4242:0134) has 4 axes and 4 buttons. Driver version is 2.1.0.
Testing … (interrupt to exit)
Axes: 0: 0 1: 0 2: 0 3: 0 Buttons: 0:off 1:off 2:off 3:off

Bei rpmfusion gibt es den Vice-Emulator.

yum install vice

Dann muss Vice noch wissen wo der Joystick ist:

und los geht es:
 

Am besten ist natürlich der gute alte CompetitonPro mit dem USB-Adapter.

IPV6 Launch Day

Endlich tut sich mal was in Echt:

Hosteurope hat seine MailServer mit IPv6 versorgt:

dig wp093.webpack.hosteurope.de AAAA 
wp093.webpack.hosteurope.de. 2129 IN AAAA 2a01:488:42::50ed:8464

Und auch der Thunderbird kann mit IPv6 umgehen.

Die WebServer sind auch V6-fähig:

www.romal.de. 86399 IN AAAA 2a01:488:42:1000:50ed:8464:54:9040

Sehr schön. Jetzt muss nur noch natives IPv6 von den Telekom für den DSL-Anschluss kommen. Die Sixxs-Tunnel funktionieren zwar sehr zuverlässig, aber es sind halt Tunnel.

Und dieses Blog ist auch erreichbar, denn auch Google hat sein V6 angeschaltet 🙂