Netzwerk Upgrade: NBase-T und 10 Gigabit Ethernet

Gigabit-Ethernet ist ein echtes Erfolgsmodell, aber auch schon ganz schön alt. Da muss mal ein kleines Upgrade her. Immerhin ist 10 Gigabit Ethernet auch schon von 2006.

Ich habe lange mit den Netgear-Geräten geliebäugelt, denn der Markt für NBase-T (2,5 und 5 Gigabit) und 10 Gigabit Ethernet Switche ohne Lüfter ist sehr übersichtlich. Aber der Netgear GS110MX hat leider nur 2 schnelle Ports, einen für den Uplink und einen für das NAS und schon ist alles dicht. Und die Netgears mit mehr Ports haben leider wieder alle Lüfter.

Zyxel hat neue Switche rausgebracht 🙂 Mein letztes Gerät von Zyxel war ein analoges Modem (U-1496), Gott ist das lange her.

Die kommmen in zwei einfachen braunen Kartons, was völlig ok ist. Niemand braucht für diese Geräte eine Hochglanz-Verpackung, die kauft ohnehin niemand nach Aussehen im Supermarkt.

Acht mal Gigabi, zweimal NBase-T und zweimal SFP+ und das ohne Lüfter; wahlweise mit (Zyxel XGS1210-12) oder ohne (XGS1010-12) Management-Interface. In die SFP+ Slots passen die 10GBase-T Module für Cat6A Kupferkabel rein, die sind inzwischen recht preiswert geworden. Da macht sich die Cat6A-Verkabelung im Haus endlich bezahlt. Also kommt ein Modell mit Management-Modul in das Rack und ein Modell ohne Management in das Büro. Dazwischen gibt es dann eine 10GbE Uplink Verbindung.

Die Inbetriebnahme ist harmlos, ist halt ein Switch. Komisch ist nur, daß bei dem Modell mit Management das DHCP abgeschaltet ist; dafür ist eine IP-Adresse voreingestellt. Das voreingestellte Passwort muss direkt geändert werden, sehr vernünftig. Dafür kann das Management-Webinterface kein HTTPS sondern nur HTTP, was schade ist. SNMP oder SSH etc kann das Gerät gar nicht, andere offene Ports findet nmap auch nicht.

Die Geräte werden doch recht warm. Insbesondere die SFP+ Slots werden sehr sehr warm. Fasst man die Geräte dort unvorbereitet an, lässt man sie spontan wieder fallen. Laut FritzDect 200 Energiemessung verbraucht der XGS1010-12 mit 6 aktiven Gigabit-Ports und aktivem 10GbE-Uplnk gut 11 Watt.

Das Management-Modul des XGS1210-12 ist recht einfach gehalten, so richtig viel kann man dort nicht machen. Das war für den Preis aber auch nicht zu erwarten.

Das Trunking des Switches ist Murks. Das ist kein 802.3ad sondern irgendwas selbstgebautes von Zyxel. Was dort genau passiert ist nur sehr ungefähr beschrieben. Und mit dem QNAP NAS TS-469L habe ich den Trunk gar nicht zum Laufen bekomen. Sobald ich das Trunking im Switch aktiviert habe, war das QNAP nicht mehr zu erreichen. Die verschiedenen Trunk-Modi auf dem QNAP habe ich alle durchprobiert, das ändert auch nichts.

Das 802.3AZ ist merkwürdigerweise im Auslieferzustand abgeschaltet. Ich konnte noch keinen Unterschied messen, aber vielleicht sind die Fritzdosen dafür auch einfach nicht genau genug.

Postiv ist, daß der Switch IGMPv3 kann. Aber MLD fehlt leider, IPv6 wird halt immer noch stiefmütterlich behandelt. Telekom Entertain sollte damit funktionieren, habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Das einzige Feature welches mir echt fehlt, ist eine Möglichkeit die Ports zu beschriften, damit man noch weiß, welches Gerät in welchem Port drinsteckt.

Installiert war eine Firmware vom November 2019, da gibt es schon eine deutlich neuere auf den Support-Seiten.

Das Macbook bekommt ein Club 3D USB Nbase-T Interface. In dem USB-Adapter steckt ein Realteak RTL8156 Chip drin. Nach Installation des Treibers sieht das dann so aus:

Geht auch mit Automatik, ist dann aber schlechter zu lesen:

Etwas blöd ist, daß man einen Treiber installieren muss. Es gibt einige Macs mit NBase-T Ports, MacOS muss also Treiber dafür haben. Vermutlich sind das aber irgendwelche Chips, die man einzeln für USB-Adapter nicht bekommt, da sie in einem Chipsatz drinstecken.

Bis dato gefallen mir die Switche gut: stabiles Metall-Gehäuse (brauchen die bei der Wämeentwicklung auch), lautlos, ein vernünftiger Preis und bislang laufen sie stabil (sind jetzt aber auch erst ein paar Tage alt).

Die alten Cisco-Switche haben nach neun Jahren würdige Nachfolger bekommen. Die Ciscos können zwar ordentliches IPv6 (inkl. MLD), statisches Routing, … das braucht man allerdings in einem Heimnetzwerk nicht wirklich. Das hatte zwar einen gewissen Spielwert, aber der nutzt sich ab. Und weniger Strom verbrauchen die ZyXELs auch noch. Wobei Geräte ohne NBase-T und ohne 10 Gigabet-Ethernet natürlich noch weniger Energie verbrauchen würden. Irgendwas ist halt immer.